Was Bilder erzählen


DER RAUB DER EUROPA

Europa war eine phönizische Königstochter. Zeus/Jupiter verliebte sich in sie, als er sie mit ihren Gefährtinnen am Meer beim Spielen sah. In der Gestalt eines schönen weißen Stieres näherte er sich den Mädchen, legte sich bei ihnen nieder und ließ sich streicheln. Als Europa auf den Rücken des Tieres kletterte, stand es plötzlich auf, lief ins Meer hinein und schwamm mit seiner Last auf dem Rücken davon. In Kreta setzte der Stier Europa ab und gab sich als Zeus zu erkennen. Aus der Verbindung entstanden drei Söhne, von denen Minos und Rhadamanthys als Totenrichter in der Unterwelt bekannt sind.

QUELLEN: Ovid, Metamophosen, 2,838-875 und 6,103 ff.; Fasti 5,605 ff.; Apollodor 3,1,1. – BILDER: Filarete, Bronzetür St. Peter Rom; Giulio Romano, Hampton Court; Tizian, Gardner Mus. Boston; Vasar, Pal. Vecchio; Tintoretto, Gall. Estense; Veronese, Pinak. Kapitol Rom / Dogenpalast Venedig; Reni, Eremitage / Pal. Pitti; Balen KHM Wien / Vaduz; Wouters, Gotha; Lorrain, Buckingham Pal. / Moskau; Berchem, Eremitage; Giordano, Schleißheim / Wadsworth Atheneum; Lemoine, Wallace Coll. / Eremitage; Tiepolo, Akad. Venedig / Residenz Würzburg; Natoire, Eremitage.


DIE ENTFÜHRUNG DES GANYMED / CATAMITUS

Der junge Ganymed stammte aus dem trojanischen Königsgeschlecht. Zeus verliebte sich in den schönen Knaben und in Gestalt eines Adlers (oder durch einen Wirbelwind) entführte er ihn zu sich in den Olymp, wo Ganymed ihm als Mundschenk dient.

QUELLEN: Ovid, Metamorphosen 10,155-161; Hier, Ilias 5,640; Apollodor 2,5,9. – BILDER: Correggio, KHM Wien; Peruzzi, Villa Farnesina; K. de Koningck, WRM Köln; Rubens, Prado; Rembrandt, Dresden; Kauffmann, Vorarlberger Landesmus.; Marées, NP München.


DAS SCHWERT DES DAMOKLES

Damokles, ein Schmeichler am Hof des verschwenderischen Tyrannen Dionysios II. von Syrakus (4. Jh. v. Chr.), pries das glückliche Leben seines Herrn. Dieser wollte ihm ein solches Glück selbst kosten lassen und richtete ihm ein üppiges Gastmahl. Über dem Platz, wo Damokles saß, ließ er jedoch an einem dünnen Faden ein Schwert aufhängen. Das verleidete dem Schmeichler jeden Genuß, und er verzichtete auf die gebotenen Herrlichkeiten.

QUELLE: Cicero, Tusculanae Disputationes 5,61. – BILDER: Schäffer, Stadtgesch. Mus. Frankfurt; Frans II. Francken, Schloßmus. Gotha.